Sonntag, 27. Dezember 2015

EVS Conference

Hallo zusammen,

wie ihr vielleicht wisst oder auch nicht, werde ich während meinem Freiwilligenjahr von der Eurpäischen Union durch das Erasmus+ Programm unterstützt.
Deswegen auch der Slogan meines Blogs "go4europe" (Nein, ich bin leider nicht so einfallsreich und kreativ um selbst auf sowas zu kommen XD).
Jedenfalls stehen in diesem Jahr, abgesehen von meinen regulären Vorbereitungs- und Ankunftsseminaren und so, zwei sogenannte "EVS Seminare" an (On-arrival und Midterm). EVS steht dabei für "European Volunteer Service". Abschließend werde ich deshalb auch einen "Youthpass" erhalten, der meinen europäischen Freiwilligendienst bestätigt und meine erlernten Fähigkeiten und Kompetenzen beinhaltet.

Meine erste EVS Konferenz war nun im November und ich muss sagen, dass ich irgendwie nicht so ganz überzeugt davon war.
Ich glaube das liegt an mehreren Gründen: An meinen Erwartungen und an den Umständen.

Ich hatte mir irgendwie vorgestellt, dass ähnlich wie bei TfG ein total schönes Gruppenklima ensteht, nur eben mit europäischen Geist. Dafür war aber gar nicht die Zeit, weil es nur eine Zweitage-Konferenz war und darauf kann ich so der Wert gelegt wurde. Beziehungsweise die Betreuer haben uns gewisse Informationen zu vermitteln und damit das alles in den zeitlichen Rahmen passt, bleibt gar nicht mehr so viel Zeit zum Kennenlernen und erforschen von Europa. Hinzu kam außerdem, dass Erasmus+ für eine weite Altersbreite angeboten wird, was ich sehr gut finde. Das hat aber natürlich zur Folge, dass sich jeder an einem komplett anderen Punkt in seinem Leben befindet und dadurch die Gruppenkonstellation ja auch eine ganz andere ist.

Darüberhinaus waren die Umstände eben nicht perfekt. Zu der Zeit hatte ich ziemlich viel um die Ohren, war auch danach kurz krank, anstrengende Reise mit dem Reisebus (wenn auch nur nach London), Müdigkeit...da war diese Konferenz einfach zu viel und das es sich ja auch um eine "on arrival" Konferenz (ca 2 1/2 Monate nach meine Ankunft!) handelte, irgendwie "unnötig".

Trotzdem möchte jetzt nicht nur ein schlechtes Fazit ziehen. Ich würde vielleicht sagen, dass ich einfach ein bisschen enttäuscht von der Konferenz war, jedoch habe ich dadurch einen gutes Falfafelbistro in London entdeckt und habe fasziniert fesgestellt, dass es neben dem "TimeforGod" , was ich mache, noch so viele andere Möglichkeiten gibt UND dass ich es, Taschengeld, Unterkunft, und so betreffend, echt gut habe!

CCHP

Hallöle,

ich habe ein kleines Update für euch.
Neben meiner regulären Arbeit im Café und in der Gemeinde, habe ich nun auch für das "CCHP" eingetragen. CCHP steht für Cambridge Church Homelessness Project und bezeichnet ein ökumenisches Projekt der Kirchen in Cambridge für Obdachlose.
Seit ein paar Jahren nun schon arbeiten die größten und meist zentral gelegenen Kirchen mit dem Obdachlosenheim "Jimmy's" zusammen um in den Wintermonaten (So Dezember bis Ende Februar) mehr Schlafplätze für Obdachlose anbieten zu können.

Das Prinzip ist wie folgt: Jede Nacht bietet eine Gemeinde ihr Gebäude als Unterkunft an. Ab ca. 7 Uhr werden die Gäste eingelassen und es gibt Tee/kaffee und Kekse und Obst für jeden der will.
Ein "Küchenteam" unternimmt währenddessen die letzten Vorbereitungen für das Abendessen (Hauptgang und Dessert). Danach werden nochmals warme Getränke angeboten, bevor es dann für alle in die Betten geht und das Nachtteam Bereitschaft hält.
Morgens gibt es dann noch ein kleines Frühstück. Danach die Gäste wieder ihrer Wege und sammeln sich am Abend wieder bei einer anderen Kirche.
Die ganze Zeit über wird darüberhinaus Konversation, Spiele, Zeitung und Hilfe soweit wie möglich angeboten.

Die grundsätzliche Idee ist einfach: Ein einfaches Bett, ein warmes Essen und ein nettes Gespräch für einen Mann von der Straße, der gerade im Winter echt schlecht dran ist.

Das ganze Organisatorische wird hauptsächlich vom Jimmys übernehmen, welche auch nur eine begrenzte Anzahl an "Übernachtungstickets" (20 Plätze) austeilen, alles kontrollieren, Regeln aufstellen, und Ansprechpartner sind.
Die Küchen und Übernachtungsteams werden durch Freiwillige gestellt, die meistens aus den Gemeinden kommen. Das ist auch gut so,da die sich ja  auskennen.
Natürlich ist aber beim Übernachtungsteam immer einer Jimmy's dabei. Außerdem aus unserer Gemeinde meist keiner im Übernachtungsteam, einfach weil, dass natürlich eine ganz andere Stufe nochmal ist und durchaus anstrengender ist. Dazu sind die Leute aus unserer Gemeinde einfach nicht mehr jung genug. Also helfen sie dort, wo sie können und was sie sich zutrauen: Kochen und Konversation betreiben;  Gesellschaft leisten!

In Emmanuel ist das CCHP eigentlich immer montags (es findet in jeder Gemeinde einmal pro Woche statt), es gibt aber auch insgesamt drei Dienstage, da wir da mit little St.Mary's (anglikanische Nachbarkirche) getauscht haben.
Für letztere habe ich mich eingetragen, weil dienstags mir besser passt, da montags immer YAG ist. Außerdem liegen die Daten über den ganzen Winterzeitraum ganz gut verteilt (ca. 1x pro Monat).
Auch wenn ich natürlich jung bin, habe auch ich mich nur für den Küchendienst in die aushängende Liste eingetragen, weil ich ja schließlich schon den ganzen Tag über Arbeit und am nächsten Morgen um 9 Uhr sowieso wieder in der Kirche auf der Matte stehen muss. Von daher brauche ich eine erholsame Nacht und würde dann ja fast gar nicht mehr von der Kirche loskommen. Das wäre dann doch etwas zu viel und ich muss auch ehrlich gesagt zugeben, dass ich den Umgang mit Obdachlosen (Erfahrung durchs Café) schon ziemlich herausfordernd finde, sodass mir das eine Schritt zuweit ist fürs erste.

Ich finde das Projekt aber super und unterstützte es sehr gerne. Trotz meiner Feststellung nach dem meinem ersten Mal im Dezember nun, dass es für mich ziemlich anstrengend ist, weil es meine Woche noch voller macht, setzte ich mich gerne dafür ein. Es ist wichtig und beruht eben auf Freiwilligenarbeit. Hut ab vor allen, die sich dafür melden und Zeit nehmen!

Zu meinen bisherigen Erfahrungen:
Die Obdachlosen (nur Männer, da die Frauen getrennt untergebracht werden. Ich glaube direkt im Obdachlosenheim. Bin mir aber nicht sicher) sind meist sehr dankbar und mit vielen lässt sich gut reden. Trotzdem reden viele ein bisschen wirr und manchen fällt es schwer Grenzen einzuhalten und zu akzeptieren. Es fühlt sich trotzdem gut an zu sehen, wie sie hungrig ihre Mägen füllen und froh über die warmen Schlafsäcke und ein Dach über dem Kopf sind.
Es ist interessant Ihnen zu zuhören, auch wenn es sich manchmal als schwierig dem Gesprächsgang zu folgen. Aber ein freundliches Lächeln und ein zuhörendes Ohr reicht häufig auch.
Der Geruch,gerade am nächsten Morgen, ist natürlich nicht glamurös, aber das kann man Ihnen natürlich nicht zum Vorwurf machen, ist aber trotzdem gewöhnungsbedürftigt.
Schließlich werde ich wohl immer davon fasziniert sein, wie viel Zucker man in tee oder Kaffee schütten kann! :D

TFG Celebration


TimeforGod wird 50ig!!!
Celebration time wuhuuu!
:D
In diesem Jahr (2015) feiert meine britische Aufnahmeorganisation "TimeforGod" ihr 50ig jähriges Bestehen. Zur Feier gab es im November einen festlichen Gottesdienst plus Party in London. Eingeladen waren alle, die mit TimeforGod in Verbindung stehen und Zeit hatten. D.h vom Direktor, über die Betreuer (field officers), über Ehemalige und aktuelle Freiwillige, bis hin zu den den Trusties (Unterstützer, meist finanziell) und Stellvertretern verschiedenster Versendeorganisationen war alle bzw. sehr sehr viele answesend.
Als Veranstaltungsort hatte TfG diese schöne Kirche ausgesucht:





Der Abend bestand darin nach einer kleinen allgemeinen Gesprächs- und Buffetrunde (kostenlos und so yummy!) den "Geburtstagsgottesdienst" zu beginnen, in welchem wir zusammen gesungen und gebetet haben: Um Danke zu sagen für die 50 Jahre, um gemeinsam darauf zurückzublicken und um weiteres Geleit in der Zukunft zu bitten.
Teil des Gottesdienst war daher auch ein Interviewvideo mit dem Gründer von TfG, einer Rede des Direktors Paul, "Geburtstagsgeschenken" der Sendeorganisationen aus Ungarn, Frankreich, etc. und Deutschland natürlich (DJiA!! YEAH!) und vielem mehr...sehr gelungen und berührend!

Es ist echt erstaunlich, wie sich diese Organisation  aus der kleinen Idee einen Monat Freiwilligen arbeit für junge Christen anzubieten entwickelt hat. Besonders toll finde ich außerdem auch, dass TimeforGod trotz seines Wachstums bisher nicht den direkten Kontakt zu den Freiwilligen verloren hat, sondern jedem einzelnen zeigt, wie wichtig er ist und jeder noch jeden kennt..wie ein Familienunternehmen. Schön, wenn es irgendwie gar nicht so besonders ist, wenn man den Direktor persönlich kennt. Für mich ist er das gar nicht (damit meine ich, dass ich ihn nicht so nenne); für mich ist er einfach Paul.   




Ich bin froh, dass es mir möglich war, dass ich zu der Feier gehen konnte. Ich habe das Zugticket nämlich ziemlich kurzfristig gebucht, da November sowieso schon genug los war und ich auch eigentlich bei einem der London-Freiwilligen übernachten wollte. Die waren aber alle schon ausgebucht und da ich mit Cambridge schließlich doch nicht so weit weg wohne wie andere Freiwillige, bin ich noch in der selben Nacht zurück (Maureen und John haben mich am Bahnhof um Mitternacht oder so abgeholt. Sooo lieb!).
Aber die Mühe war es wert, denn es war eine schöne Feier, es tat gut einige Freiwillige wiederzusehen und sich auszutauschen und ich konnte gleich mal ein Blick in das "50 Jahre TfG Buch" werfen, welches 50 Erfahrungsberichte und Kommentare von diversen Leuten (Paul, Trusties, supervisors, Gastfamilie, Freiwillige) enthält. Echt interessant! Hab ich mir gleich mal bestellt. :)
















Bonfire Night


Am 5.November habe ich zum ersten Mal die sogenannte "Bonfire Night" bzw. auch "Guy Fawkes Night" miterlebt.

Alljährlich wird in dieser Nacht ein Lagerfeuer entzündet um darin zu erinnern, dass Guy Fawkes 1605 dabei erwischt wurde, wie er diverse explosive Mischungen um oder im Parliamentsgebäude einrichten wollte, um es in die Luft zu jagen; als Protest gegen die Regierung. Durch die rechtzeitige Aufdeckung seines Vorhabens wurde dies verhindert. Zur Feier des fehlgeschlagenen Plots wurde von da an jedes Jahr ein Lagerfeuer entzündet (manchmal auch mit Strohfigur). Diese Tradition hat sich irgendwie fortgetragen und auch wenn der eigentliche Grund gar nicht mehr so sehr im Vordergrund steht und auch kritisch betrachtet wird, ergibt sich dadurch natürlich trotzdem ein guter Grund zusammen zu kommen und gemeinsam beim Lagerfeuer zu stehen und mit einem angemessenen Feuerwerk zu feiern. :D Hab mich gefühlt wie an Silvester. :D


Angeschaut habe ich mir das Feuerwerk zusammen mit YAG (=Young Adults Group), also Beth, Mike, Mel, Erik und Martin.
Schöner, wenn auch kalter Abend! :)

Ups and Downs

Hallo Leute!

Ich wollte mal eine kurze Reflexion über die ersten paar Monate hier in Großbritannien abgeben.
Ich sammele so viele neue Eindrücke und Erfahrungen, dass es schwierig ist, sich auf das Wichtigste zu begrenzen, aber trotz der Gefahr auf Unvollständigkeit, möchte ich versuchen euch ein kleines Resumé zu meinem emotionalen und gesundheitlichen Wohlbefinden hier zu geben.

Vielleicht sollte ich damit anfangen, dass mich von Anfang an pudelwohl gefühlt habe. Ich wurde herzlich willkommen geheißen und habe irgendwie sofort einen Platz "in the midst of the community"gefunden. Ich habe einfach reingepasst.....schon erstaunlich, wie Gott die richtigen Leute zum richtigen Ort zu rechten Zeitpunkt zu schicken scheint!
Dieses Gefühl habe ich auch immer noch und ich glaube das wird nicht mehr weichen: ich bin hier eindeutig richtig!

Trotzdem ist natürlich nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen.
Ich denke, dass ich zu Beginn wegen all den aufregenden neuen Eindrücken und Menschen und so, nur so vor Energie und Enthusiasmus gestrotzt habe. Das ist vermutlich den Elan, den man am Anfang mit sich bringt, angereichert durch das "Anfangsadrenalin", wie ich es gerne auszudrücken pflege. Wie meine Supervisorin Jan es gerne ausdrückt " Sarah came to serve".

Ich habe mich also in ein neues Leben, meines Umfeld und meine neue Arbeit gestürzt.
Eines meiner Ziele (vom Vorbereitungsseminar) war jedoch, mich nicht zu stressen und nicht immer bei allen HIER zu schreien, auch wenn ich es theoretisch kann.
Joa, ich würde sagen, das ist ein langsamer Lernprozess... :D
Ich denke, dass liegt auch daran, dass ich neben meiner hilfsbereiten Persönlichkeit auch einfach so viel wie möglich von hier mitnehmen will. D.h. nicht die Erlebnisse im Café und der Gemeindearbeit, sondern auch meine Erfahrungen durch YAG, Chor, etc. und die vielen super netten Einladungen zu gemeinsamen Essen und Ausflügen möchte ich mir nicht entgehen lasssen.
Jedoch muss ich auch lernen NEIN zu sagen und auch lernen Zeit für mich selbst einzuplanen, zum Erholen, zum Reflektieren. Ich denke das sollten ich versuchen, in den nächsten Monaten zu integrieren.
Denn ansonsten leidet auch meine Gesundheit darunter, wie ich bereits gemerkt habe.
Im November gab es eine kurze Zeit in der ich krank war. Donnerstagabend ging es mir schon nicht mehr so gut, aber Freitagmorgen war klar, dass mich eine Erkältung richtig fett erwischt hat. Deshalb habe ich dann Jan angerufen, dass ich nicht zur Arbeit kommen kann.
Das war erstmals eine schwere Entscheidung, denn irgendwie denkt man dann doch, man wird gebraucht und Maureen und John wollten mir nicht reinreden. Das war eine sehr interessante Erfahrung. Denn sie kümmern sich zwar liebvoll um mich, aber sie sind nun mal nicht meine Eltern und ich nicht ihr Kind und noch dazu bin ich volljährig und deshalb haben sie es mir offen gelassen, ob ich es probieren oder Zuhause bleiben möchte (Andeutungen haben sie schon gemacht). Ich habe mir jedenfalls nicht leicht getan....aber es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, dann Zuhause zu bleiben, denn ich war dann den ganzen Freitag mehr oder wneiger im Bett gelegen und habe geschlafen. Habe dann das ganze Wochenende zum Auskurieren genutzt. Das war glaub ich bisher der einzige Sonntag, an dem ich den Gottesdienst verpasst habe.
Naja jedenfalls ist die Krankheitswelle im Winter natürlich normal, aber ich denke, dass mein Abwehrssystem nicht besonders stark war, weil ich zu viel um die Ohren hatte.

Neben diesem kleinen Down, habe ich außerdem schon vorher ein größeres "Down" erlebt, da meine Supervisorin ja zu Jahresbeginn in den Ruhestand geht (also jetzt) und für ihren Posten jemand neues gesucht wird.
Eine Mitarbeiterin des Cafés, die dort jeden Tag arbeitet und die ich deshalb sehr gut kenne, bzw. angefangen habe kennen zu lernen und die mittlerweile zur guten Freundin geworden ist, hat sich auf den Job beworben. Ich wusste das aber nicht, so wie viele andere auch nicht. Sie erzählte es nur einem kleinen Kreis (genauer gesagt 3 Personen), damit es im Falle einer Ablehnung kein großes Theater gibt...gab es aber trotzdem, mehr oder weniger.
Ich habe nur per Zufall mitbekommen, dass sie sich beworben hat, denn ich wusste, wann die Bewerbungsgespräche sind und als ich gerade meine Arbeit abgeschlossen hatte und nach Hause gehen wollte, bin ich auf sie in Anzug und so gestoßen. Joa, wusste erst mal gar nicht wie ich reagieren sollte, weil ich ein bisschen perlex war...zu viele neue Infos für mein Gehirn.
Ich habe sie dann später nochmal gesehen, nach dem Gespräch, weil ich noch was in der Stadt einkaufen war...da hat sie geweint...nicht gut gelaufen.
Danach war dann für eine Woche ziemlich miese Stimmung im Café; wie gesagt, sie arbeitet dort jeden Tag. Das war ein bisschen doof.
Dazu kam noch, dass ich ja eigentlich nichts wusste und deshalb ausweichend auf Fragen antworten musste. Auch meinte meine Supervisorin, ich sollte sie NICHT darauf ansprechen. Im Nachhinein betrachtet, hätte ich es aber glaub ich doch machen sollen....schließlich war /ist sie meine Freundin und irgendwie hat das in der Woche einen Abstand zwischen uns kreiert. Ich wusste ja eigentlich nichts, wusste es aber halt doch. Ich war eigentlich ihre Freundin, aber so dicke dann doch noch nciht ganz..wir kannten uns ja erst ca.2 Monate....ich fand das echt schwierig und hatte irgenwie das Gefühl,das mit niemanden gescheit bereden zu können...denn Ansprechpartner in Deutschland würde ich erst die Verhältnisse erklären müssen und hier in GB durfte es ja gar nicht jeder wissen.
Ich es daher eher so mit mir um getragen und denk mal in mich hinein gefressen, was keine gute Idee war. Ich habe versucht Abstand zu nehmen, aber wer mich kennt, der weiß, das ich mri das Leid anderer manchmal sehr zu Herzen nehme.
Im Nachhinein, stelle ich jetzt erst fest, wie sehr mich das vermutlich belastet hat. Ich hab das damals gar nciht so gemerkt, hab einfach weitergemacht. Außerdem hätte ich zu Liz gehen können, wie mir jetzt gerade auffällt. Aber was solls. Mittlerweile ist Grass über die Sache gewachsen und zwischen mir und ihr ist alles gut. Und ich denke gerade in den schwierigen, herausfordernden Zeiten wächst und lernt man am meisten.

Schließlich gibt es noch ein drittes, mittelgroßes "Down", von dem ich gerne erzählen möchte, dass in gewisser Weise auch immer noch besteht. Das hängt mit der kulinarischen Kultur zusammen. ;D
Ich kann definitiv nicht bestätigen, dass die britische Küche schlecht ist. Zwar gibt es Spezialitäten, wie z.B. Baked Beans und Marmite, die nicht so ganz mein Geschmack sind, aber in meiner Gastfamilie wird viel mit selbstangebauten Sachen und frischem Fisch und Fleisch gekocht. Ich finde das Essen echt lecker und es gibt immer eichlich und immer dessert. Ich werde natürlich auch wie gesagt häufig eingeladen und dort bin natürlich immer der Gast und um den muss sich ja gut gekümmert werden. Da ich mir aber leider noch keine gute Sportroutine erarbeitet habe (außer unregelmäßiges Laufen), wächst mein Bauch....und das ist nicht gerade zufrieden stellend. XD

Um es kurz zu fassen, ich habe ziemlich zugenommen (irgendwer der nicht in einem Auslandsjahr zugenommen hat?), dadurch habe ich auch Verdauungsschwierigkeiten und fühle mich natürlich nicht so viel meinem Körper. Damit hängt sicherlich auch das Ausbleiben meiner Periode zusammen, was mir aber noch nie passiert ist und mich erst einmal besorgt hat.

Also noch ein Punkt, bei dem ich lernen muss NEIN zu sagen (Nein, bitte eine kleine Portion :D) und vielleicht auch ein bisschen Zeit und Selbstdisziplin einplanen muss um wieder zu meinem Normalgewicht zurück zukehren. Jetzt im neuen Jahr! (Denn Weihnachtszeit hat natürlich auch nicht geholfen.)

Sooo, jetzt bin ich alle "downs" losgeworden. ;D Aber keine Sorge, die "Ups" sind zahlreicher (Theaterstücke, liebe Weihnachtskarten, etc.) und überwiegen. Und ich würde hier ja auch nicht über Weihnachten bleiben, wenn es mir nicht gut gehen würde ich ich mich hier wohlfühlen würde.

Cambridge Art Theatre

Hallöchen,

in der letzten Zeit habe ich festgestellt, dass ich sehr gerne ins Theater gehe und es liebe mir Stücke verschiedenster Art anzuschauen.
Dies habe ich Dank Rosemary festgestellt, welche im neuen Jahr die Rolle als Supervisorin von Jan übernimmt. Wir wussten das beide bereits von Anfang an und hatten deshalb beschlossen, viel miteinander zu unternehmen, damit wir uns besser kennenlernen, auch wenn sie natürlich mittwochs ebenfalls im Café arbeitet. Aber da ist ja nicht viel Zeit für Privates.

Jedenfalls haben wir beide die Neugier fürs Theater gemein und haben deshalb in die Broschüre des Stadttheaters "Cambridge Art Theatre" geschaut. Da ich mich nicht zwischen "Bad Jews" und "Sister Act" entscheiden konnte, hat Rosemary mich dann kurzer Hand zu beiden eingeladen inklusive Essen. Wie Lieb!!

BAD JEWS

..war das erste Stück, dass wir uns angeschaut haben. Vorher haben wir uns noch bei einem asiatischen Restaurant getroffen um ein paar Häppchen zu essen. Das war eines von denen, welches so ein Laufband besitzt auf welchem die Gerichte auf lustig bunten Teller mit Glashaube an dir vorbeifahren. Außerdem kannst du dir auch was bestellen und die ganze Zeit kannst du die Köche in der Mitte beobachten. Coool!
Rosemary und ich haben dabei beide zugeben müssen, dass wir nicht mehr in ein  Restaurant oder Café gehen können, ohne es mit UNSEREM Café zu vergleichen und Tipps abzugreifen oder zufrieden festzustellen, was WIR besser können. XD
Danach ging es auf jeden Fall in das sozialkritische Stück "Bad Jews", bei welchem es sich so grob um einen Familienstreit nach dem Tod eines Verwandten geht. Das Ganze spielt sich einzig und allein in einer einzigen Wohnung ab und gewinnt dadurch, wie ich finde, enorm. All die Vorwürfe, Dickköpfigkeit, Wut und Enttäuschung stauen sich in einem Raum an, bis hin zu einem zum Teil vorhersehbaren (logischen), aber dann doch überraschenden Ende.
Sehr gelungenes, wenn auch heftiges Stück!
Keine leichte Lektüre! Da gibt es vieles zu verdauen.
Da es zwischenzeitlich aufgrund der vielen Konflikte hochher ging, würde ich nicht sagen, dass ich jedes Detail verstanden habe;aber genug um alles zu verstehen.

Trotzdem würde ich auf jeden Fall sagen,dass mir

SISTER ACT
besser gefallen hat. Aber ich denke das liegt allein schon daran, dass ich auch die Filme liebe und die CD habe und ein großer Fan bin. I love Sister Act!
Von daher war es natürlich fraglich, ob das Theaterstück meine Erwartungen erfüllen würde. Aber ich muss sagen, es war echt super umgesetzt. Die Rollenbesetzung war echt gut (kein Playback! Alles selbst gesungen) und sie haben sich ziemlich genau an den Film gehalten. Prima!
Außerdem war bei diesem Stück eine aus unserer Gemeinde mitdabei. Habe schon im Kirchenchörchen festgestellt, dass sie eine super klare und gute Stimme hat.

Davor waren Rosemary und ich wieder zusammen essen und da ich italenisches Essen liebe, haben wir uns im "Zizzi's" getroffen. (Ein Kettenrestaurant, aber mit guter Qualität)

Auch das Theater an sich gefällt mir sehr gut. Es ist nämlich gar nicht so auffällig...wenn man mal weiß, das es da ist, dann ist es klar. Aber vorher ist es mir nicht wirklich aufgefallen.
Es ist von außen her ziemlich modern. Auch Bar und Toiletten sind neu. Der Saal jedoch hat noch diese schöne alte,runde Halbkreisform und Empore mit roten Sitzen. In den Pausen laufen außerdem immer diese Leute mit Boxen vor den Bäuchen rum, aus denen sie Eis verkaufen, für die, die wollen.


Theater macht Spaß!

Deshalb spiele ich nun auch mit dem Gedanken, vielleicht so eine Art Studentenabo beim Nationaltehater in Mannheim zu kaufen, wenn ich dann mein Studium beginne. Soweit ich das noch von der Schule weiß, gab es da auch immer ein Schülerabo und das faszinierende dabei war immer, dass einem die Stücke vorgeschlagen wurde (schließlich hat man sie auch vergünstig bekommen) und dadurch ist man auch in Stücke gegangen, die man sich selbst vielleicht gar nicht ausgesucht hätte. Hatte leider nie die Zeit dazu, mich für so ein Schülerabo zu melden. Vielleicht gibt es das ja auch für Studenten...oder zumindestens irgendwelche Angebote.

my host family(ies)


Hallo Leute,

wie ihr sicherlich mittlerweile wisst, lebe ich hier in Cambridge in einer Gastfamilie.
Genau gesagt in drei....wie drei? Versteht ihr nicht? :D Na dann passt mal auf:

In meiner Gemeinde, also Emmanuel,  gibt es eine lange Tradition an TfG Freiwilligen. (Deshalb auch das Renuin Weekend. Siehe Blogeintrag dazu) Ihren ersten Freiwilligen haben sie genau im Jahr 2000 aufgenommen, daher bin ich nun die 16te. 
Mit der Zeit hat sich dabei das "Termprinzip", wie ich es gerne nenne, entwickelt. D.h. dass der Freiwillige nicht nur in einer Familie lebt, sondern jeden "Term" woanders wohnt. Also so grob von September bis Weihnachten, dann Bis Ostern und dann bis Ende des Dienstes. Dadurch werden in der Gemeinde nicht nur eine Gastfamilie, sondern gleich drei, gesucht.

Warum das Ganze? Jaaa, das ist eine gute Frage. Das habe ich mich zu erst auch gefragt und es war eigentlich so der einzige Punkt, der mich vielleicht hat ein bisschen zögern lassen, bevor ich der Stelle zugesagt habe. Denn ich dachte bei mir: Wie drei Gastfamilien? Immer wieder umziehen? ist das nicht doooof?

Nun ja, also das Umziehen macht wirklich nicht so Spaß, denn muss ja immer wieder alles zusammen packen (ich glaub ich hab bald eine Packphobie!), die gewohnte Umgebung verlassen und sich neurichten und eingewöhnen. Da ich aber ziemlich umgänglich bin und mich auch gut anpassen kann, habe ich mich bisher immer schnell und gut eingelebt. Das einzige, was mich wirklich stört ist das Packen, denn ich scheine irgendwie immer mehr Zeug anzusammeln.
Es hat aber auch etwas Positives umzuziehen, da ich dann einen neuen Stadtteil kennenlerne, eine neue britische Lebensweise und dadurch auch andere "kulturelle" Sachen (bei Maureen und John sind wir sonntagabends z.B. immer noch in einen Abendgottesdienst gegangen, bei Penny und David war gab es dafür alle 14 Tage die "Singing House Group" donnerstagabends, etc.). Außerdem ist das Essen natürlich ebenfalls anders. Das hatte für mich insoweit den positiven Effekt, dass es bei Penny und David nicht immer süßen Nachtisch gibt, sondern meist Obst oder Joghurt, so dass ich meinen Abspeckplan besser in Tat zumsetzen kann. Des Weiteren, habe ich dadurch gelernt, was ich auf jeden Fall immer und überall brauche, egal wo ich mal hingehen werde: (Natur)joghurt und Obst! Ohne geht nicht! ;D XD

Von daher ist der Familienwechsel gar nicht soooo doof.
Schließlich kann ich auch die Begründung der Gemeinde verstehen:
Soweit ich das mitbekommen habe, haben Maureen und John im ersten Jahr den Freiwilligen die ganze Zeit über bei sich wohnen gehabt. Danach wurde das besprochen und schließlich beschlossen, dass es wohl eine einfach Variante ist, einen Freiwilligen nur für 3 Monate oder so aufzunehmen. Man trägt die Verantwortung nur für 3 Monate, man kann voll für den Freiwilligen da sein (und danach oder davor in urlaub gehen) und es ist insgesamt einfach nicht so eine "Belastung". Das klingt jetzt böse, ist aber gar nicht so gemeint. Auch habe ich mir diese "Begründung" aus Gesprächen mehr oder weniger selbst zusammengebastelt. Ich bin sicher, die Gemeinde könnte das wesentlich besser als ich formulieren, aber ich denke ihr versteht schon was ich meine.
Ich jedenfalls, kann das gut nachvollziehen. Jedoch bin ich eine Person, die zwar schon auch Veränderungen mag, ich bin aber auch ein Gewohnheitstier und brauche Routine und ein festes Zuhause und so....deswegen stehe ich so ein bisschen dazwischen und weiß nicht so recht, was meine Meinung zu dem "Termkonzept" ist. Ich komme damit erstaunlichweise ganz gut zu recht, aber mir bleibt ja auch keine Wahl. :D


Jedes Jahr entwickelt sich das natürlich individuell und unterschiedliche Gastfamilien bzw. Gasteltern melden sich.
Bei mir sieht es aus wie folgt:
September bis Weihnachten Maureen und John

 

Januar bis Ende April Penny und David (und Andrew, jüngster Sohn), hier lebe ich momentan!

Mai bis Ende Juli/Anfang August Deborah und William
Sooo, jetzt seit ihr hoffentlich ein bisschen weiser, was meine Wohnsituation betrifft und warum diese so ist.
Ganz liebe Grüße aus Großbritannien,
eure Sarah